| Jehanne von Orléans |
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Szenische Lesung mit Musik und Tanz
Veranstaltung der Jubilatekirche, Waldperlach;
11. September 2010 (19.oo Uhr) Künstlerische Gesamtleitung: Stephan Joachim
Mitwirkende:
Anna Caviezel als Johanna (Tanz)
Tajana Prka als Johanna (Sprache) Klaus Peter Bülz Klaus Gruzlewski Stephan Joachim An der Orgel: N.N.
Um die historische Figur der Johanna von Orléans ranken sich viele Geschichten und Mutmaßungen. Kaum eine Frauenfigur hat solch ein heldenmütiges Ansehen erlangt wie diese. Literarische Werke gibt es unzählige, Bühnenfassungen für Sprechtheater und Oper ebenso. Mehrere Verfilmungen haben Weltbekanntheit erreicht. Und immer wieder wird versucht sich der Charakterisierung der Johanna anzunehmen.
Auch das Ensemble von jo.art hat bereits 2004 mit Stefanie von Poser eine eigene Bühnenfassung kreiert, die eine Collage aus den Originalprozessakten, den Monologen von Schiller und Musik von Franz Liszt waren. Sie wurde eine der erfolgreichsten Produktionen, die wir seit Gründung hatten.
Nun beschäftigen wir uns erneut mit den Originaltexten der Prozesse von 1431 und 1450/52 und präsentieren Ihnen eine Szenische Lesung in zwei Teilen an einem Abend. Mit erweiterter Pause und anschließendem Beisammensein wird diese Veranstaltung den Abschluss der diesjährigen SommerNachtsLesungen von jo.art bilden.
Der erste Teil beginnt um 19.oo Uhr als Lesung der Verurteilungsprozesse von 1431. Mehrere männliche Sprecher repräsentieren die Richter, die die Befragungen durchführten. Die Schauspielerin wird "in der Rolle" die inquisitorischen Fragen beantworten. Untermalt wird der Prozessverlauf mit Musik.
Anschließend können Sie in einer ungefähr eine Stunde dauernden Pause Gespräche führen und Austausch pflegen. Bei einem Glas Wein oder Sekt (oder unalkoholischen Getränken) und ergänzt durch kleine Imbisse können Sie die Atmosphäre genießen und mit den Darstellern sprechen.
Der zweite Teil, der die Rehabilitationsprozesse der Jahre 1450 und 1452 wiedergibt, bringt den wahren Intrigenverlauf der Verurteilungsprozesse ans Licht und beleuchtet somit einen geschichtlichen Hintergrund, der vielen Menschen lange nicht so bekannt ist, wie die Verurteilung und Verbrennung Johanna von Orléans.
Die Figur der Johanna taucht auch hier wieder auf: Diesmal verköpert von der Tänzerin Anna Caviezel. „Daß die Geschichte dieses heldenmütigen Mädchens großartiger, in der Wahrheit selbst wunderbarer und tragischer, also auch viel poetischer sei, als Schiller uns diesen Charakter und die Begebenheit umgearbeitet hat, ist schon von vielen behauptet und bewiesen worden. Das Wunder ihrer Erscheinung, dessen, was sie wirklich tat, um ihr Volk zu befreien, ist schon so groß und unerklärlich genug, so daß Imagination und Vernunft schon viel zu verarbeiten finden und der Dichter auch ohne weiteres einen schweren Stand hat, uns nur das glaublich zu machen, wovon ein ganzes Zeitalter Augenzeuge war. Ist es ihm aber wohl erlaubt, noch eigentliche Mirakel, von denen die Geschichte wie die Legende seiner Heldin nichts erwähnt, zu erdichten? Ihr eine magische Gewalt im Blick, ein Allwissen zuzuschreiben? Darf er, ohne irgend psychologisch, oder poetisch, oder wie es sei, diese Mirakel zu erklären, uns anmuten, sie zu glauben, oder sie für Gegenstände zu erkennen, die der theatralischen Darstellung fähig sind?"
(Ludwig Tieck)
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